Pi, Phi und Cheops

Phi & Cheops

 

Die Cheopspyramide ist das größte Bauwerk der Welt und eines der ältesten. Es zeigt auf die Kreiszahl Pi und die Stetige Teilung (Goldene Zahl, Goldener Schnitt) durch folgende Verhältnisse, die man nachrechnen möge:

- Der Umfang des Basisquadrates geteilt durch die Höhe der gesamten Pyramide ergibt 2 * Pi (Abweichung < 0,01%).

- Die Fläche des Basisquadrates geteilt durch die Summe der übrigen Mantelflächen ergibt 0,618, den Major der Stetigen Teilung (Abweichung < 0,1%).

- Das Dreieck aus Höhe der gesamten Pyramide, halber Basislänge und Manteldreiecksflächenhöhe (siehe Skizze) weist die Längenverhältnisse Wurzel aus Phi, Phi und 1 auf. Die einzige Zahl, für die das Verhältnis gilt, ist eben 0,618... Das ist auch der Cosinus des Winkels von 51 Grad 50 Minuten, den die Manteldreiecksfläche mit der Basisfläche bildet.

Ein George Markowsky hält den Goldenen Schnitt in der Cheopspyramide für eine "misconception" desselben in einer Arbeit, die prominent im deutschen Wikipedia-Eintrag zum Goldenen Schnitt verlinkt ist, liefert dazu aber keine Begründung bzw. zeigen seine Ausführungen gerade, daß die Cheopspyramide den Goldenen Schnitt enthält.

 

Arbeit ist unser Leben

 

- Sie sind also eine durchrationalisierte Frau?

Sagen wir, ein Mensch, bei dem sich Gemüt und Verstand die Waage halten.

- Und woher haben Sie das gelernt?

Vom Arbeiten natürlich. Die Arbeit ist unsere einzige echte Verbindung zur Realität. Das Handeln, das Tun, die Aktion. Alles übrige ist keinen lumpigen Sou wert.

Helena Rubinstein nach G.S.Troller

 

Wärwolf in der Schallsbach

 

Zwischen Herbstein und Hopfmannsfeld liegt ein Grund, da soll’s nie ganz richtig gewesen sein, man heißt ihn die Schallsbach. Dahin trug eine Frau aus Hopfmannsfeld die Mittagssuppe, denn ihr Mann war früh von Haus weg mähen gegangen. Kaum war sie am Platze angelangt, so sah sie ihren Mann auf die Wiese bei dem Herbsteiner Wäldchen gehen. Kurz darnach lief aus demselben der Wärwolf auf sie zu, stürzte sie zu Boden, schleifte die Jammernde im Angesicht der Leute auf der ganzen Wiese herum, und zerriß ihr endlich den roten Moltongsrock, den sie anhatte. Darauf ließ er sie gehen und lief schnurgerade in den Tannenwald zurück. Bald kam er nun in Menschengestalt als ihr Mann wieder an, und ging zu ihr, legte auch seinen Kopf auf ihren Schooß, um auszuruhen. Aber es stacken ihm noch rote Fasern in den Zähnen. Da sagte die Frau: “Ei, Du hast ja von meinem roten Rock in Deinen Zähnen.” — “Ach, Frau,” antwortete er, “ich wollte nur einmal mit Dir spielen.” — “So ein Spielwerk will ich aber nicht haben,” rief die Frau in ihrer Bosheit, zog, eh’ er sich’s versah, ihr Sackmesser heraus und schnitt ihm die Kehle ab. So fand er seinen Lohn und starb eines bösen schnellen Todes. Zum Gedächtnis dieser Mordgeschichte ward an den Platz ein Stein gesetzt, der hat noch lange dagestanden, darauf war Alles beschrieben.

Aus: Bindewald, Volkssagen aus dem Vogelsberg

 

Dreizehn Monde

 

Das ist ein entstehendes Werk. Sorry.

Mondfinsternis

Mondfinsternis 3.3.2007

Die alten Babylonier gelten als die Avantgarde der Astronomie und Astrologie, es gibt einen Haufen erhaltene Tontäfelchen aus dem vorchristlichen Jahrtausend mit Aufzeichnungen.

In unseren heimischen Nebelwäldern jedoch war man noch früher himmelskundlich zugange. Die Himmelsscheibe von Nebra ist 3.600 Jahre alt. Sie zeigt eine Verbindung zwischen Sonnenjahr und Mondjahr um 1600 v.Chr. Sie zeigt die erste Sichel des neuen Mondes, das Neulicht bei den Pleiaden, dem Objekt M45 wie es heute heißt. Es stand zu der Zeit bei 6 Grad Widder des tropischen Tierkreises.

Die Pleiaden/M45 stehen heute bei 26 Grad Stier ( 56 Grad), die Differenz entspricht 3.600 mal 0,014 Grad pro Jahr (72 Jahre pro Grad), der jährlichen Präzession des gesamten Sonnensystems relativ zu den Fixsternen.

Der Ort, den die Sonne im Frühjahr zur Tag-Nachtgleiche einnimmt, ist der Frühlingspunkt Null Grad Widder; also muß das Neulicht in dieser Gegend kurz nach Sonnenuntergang gesehen werden können. Es ist ab zwölf Grad Abstand sichtbar.

Markierung des Neulichtes vor den Pleiaden – der Mond passiert sie alle drei Jahre, indem er in einem Jahr rechts von ihnen, im nächsten auf ihnen und schließlich links von ihnen steht, dann wieder von vorne.

Pi ist die Kreiszahl. Phi ist die stetige Teilung.
Es gilt: Pi/2*Phi = 3,14/2*1,618 = 354/365,25 = Mondjahr/Sonnenjahr.

Die zwölf Rauhnächte vom 25. Dezember bis zum 6. Januar könnten die vom Mond- zum Sonnenjahr fehlenden Tage symbolisieren. Allerdings setzt ihre Beachtung den Gebrauch des Kalenders voraus. Die Bräuche um die Zwölften sind mindestens seit dem Mittelalter aus dem Volksglauben bekannt, in Verbindung mit der Wilden Jagd, Wodanszug, Schimmelreiter, Ruprecht, Niklas, Berchte etc. Heute sagt man noch: Zwischen den Jahren. Es scheint aus christlicher Zeit zu stammen und dürfte mit der Synchronisation Mond-/Sonnenjahr weniger zu tun haben. Diese ist ohne Kalender mit einem Schaltmonat alle drei Jahre einfacher zu bewerkstelligen.

Epiphanias, am 6. Januar, war das erste kalendarisch festgelegte Fest der Kirche, entstanden ca. um 300. Es ist das Fest der Erscheinung Gottes, der Taufe Jesu. Im Osten liegt für diesen Tag der Schwerpunkt auf dieser Taufe, im Westen legt er sich auf die Heiligen Drei Könige.

Papst Liberius setzte 354 den 25. Dezember, den Geburtsag des römischen Sonnengottes Sol Invictus, als den Feiertag der Geburt Christi fest (mein Händi ist stärker wie dein Fax).

Seit der Synode von Tours 567 bezeichnet die Kirche die zwölf Tage vom 25. Dezember bis zum 6. Januar als Dodekahemeron.

Hier noch ein Auszug aus einer Sammlung von 1870, worin Karl Weinhold einen Überblick der Bräuche bietet.

 

Weltgeschichte in drei Sätzen

 

Eigentum ist Sache plus Titel, der Titel kann von der Sache getrennt und separat gehandelt werden.

Staatsanleihen sind Titel ohne Sachen.

Zum Schluß bleiben nur Titel, aber keine Sachen mehr, und dann verschwinden die Titel auch noch.

 

Morphogenetische Radwegpfosten

 

Seit längerer Zeit joggte ich wieder mal den Radwg entlang und bemerkte überrascht, die blöden Pfosten an den Feldwegkreuzungen waren verschwunden. Über sie hatte ich schon vor Jahren in einem Gedicht geklagt. Mir selbst war noch nichts passiert, aber es hatten schon etliche Radler in der Dämmerung die Pfosten erwischt, oder sollte man sagen, waren von den Pfosten erwischt worden?
 

NACHTLAUF

Ich laufe nicht gerne auf Asphalt,
Aber im Winter wird es früh dunkel,
Also doch auf den Radweg.
Im Flutgraben folgt mir der volle Mond,
Man hört, wie das Wasser gefriert.
Silbrig schimmert der Reif auf den Wiesen,
Ein Opelpilot rast durch den Grund,
Am Himmel steht ein Wolkenfetzen
Wie ein verlorenes Ufo.
Flieger kritzeln sinnlose Streifen
Zwischen denen blaß die Sterne funkeln.
Die Erlen strecken ihre entlaubten Zweige empor
Wie todesstarre Knochenhände -
Es war eine wunderschöne Nacht,
Bis ich mir im Mondschatten der Hecken
Am Radwegpfosten die Eier aufriß.
 

Mich durchfuhr ein romantisches Gefühl. Genau wie Novalis schon vermutete,

Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums.

wir müssen uns die Welt nur richtig zusammendenken und dann wird das schon!

Später am gleichen Abend mußte ich allerdings erfahren, daß die Hindernisse auf grund einer gerichtlichen Anordnung entfernt worden waren. Ein Radler war richtig übel gestürzt, mit Schädelbruch und allem drum und dran, hatte geklagt und nicht locker gelassen.

 

Lieblingsspielzeug der Patriarchen

 

Dieser schöne Gletscher in Südtirol auf fast dreitausend Meter Höhe

 

Langferner

Langferner

 

gibt das Lieblingsspielzeug der Patriarchen frei: Granaten, Gewehrpatronen und Knochensplitter.

 

Lieblingsspielzeug

Lieblingsspielzeug

 

Wie der örtliche Polizeichef erzählte, waren hier Italiener und Österreicher im ersten Weltkrieg aufeinandergetroffen. Um Munition zu sparen, hatten die Österreicher Senfgas versprüht und dann ungarische Truppen mit Keulen geschickt, die benommenen Feinde zu erledigen.

Das nennen wir Kultur.

 

Let’s Make Sense

 

I learned very early and painfully that you have to decide at the outset whether you are trying to make money or to make sense, as they are mutually exclusive.

Richard Buckminster Fuller, Grunch of Giants

 

Familienbande

 

Als Elithios einmal betrunken war, schlich er in das Schlafzimmer seiner Großmutter und kletterte zu ihr ins Bett. Sein empörter Vater folgte ihm und versetzte ihm eine ordentliche Tracht Prügel. “Na gut, in Ordnung, ich habe es verdient, weil ich in das Bett deiner Mutter gestiegen bin”, sagte Elithios. “Aber du teilst schon seit Jahren mit meiner Mutter das Bett, ohne daß ich mich jemals beschwert hätte.”

Aus Philip Matyszak, Antikes Sammelsurium.

 

Kephaliboros

 

Kephaliboros

Kephaliboros