Patient: Mein Bruder ist nicht zum Aushalten. Er glaubt, er sei ein Huhn und gackert den ganzen Tag.
Therapeut: Lassen sie ihn doch einweisen.
Patient: Das geht nicht, ich brauche die Eier.
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Nichts ist so unglaubwürdig wie die Wirklichkeit.
Fejodor Dostojevski
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Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit.
Friedrich Schiller
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Zeitenwende, Auflösung des Eigentumsprinzips, das ist, was der Kommunismus eigentlich hätte wollen sollen, sich aber nicht traute, weil staatlich. Ohne Eigentum fehlt nämlich auch die staatliche Legitimation.
Das mittelalterliche Lehensprinzip war da eigentlich schon weiter - aller Grund gehörte dem Kaiser als Symbol des Menschen, er wurde, Dienstbarkeiten begründend, abgetreten, “verliehen”. (Ich han min lehen, Walter von der Vogelweide).
Eigentum ist immer abgeleitete Gewalt, es muß zu seiner Existenz immer einen ultimativen Gewalttäter geben. Fehlt dieser, ist die Gewalt sozusagen privatisiert, zurück zum Straßenraub.
Am allerschönsten wäre natürlich eine mächtige Zentralgewalt, die dieselbige nur gegen das Böse und Üble einsetzt, sozusagen ein Märchen.
So zerstieben die Utopien und aus den einst aufgeregten Neuerern werden abgeklärte Griesgrame. Ce la.
Als neulich unser geliebter Bundespräsident gewählt werden mußte, wurde dieses überaus gewichtige und spannende Ereignis live im Staatsfernsehen übertragen. Das heißt, von der Wahl sah man nicht viel, aber die Moderatoren standen im Foyer herum und redeten was man so redet, wenn es nichts zu sagen gibt, TV für Einsame. Dabei unterlief den Sprechern mehrmals, daß sie vor dem entscheidenden dritten Wahlgang vom mutmaßlichen Präsidenten Wulff redeten. Eine gar nicht üble Spitze, denn mit dem Adjektiv mutmaßlich werden gemeinhin Verbrecher in Berichten vor ihrer Verurteilung belegt.
Unser ebenfalls geliebter Bürgermeister hat sich auf sein PKW-Nummernschild seine Initialen prägen lassen, und zwar in der Reihenfolge Nachname, Vorname. Als sich mal jemand so vorgestellt hatte, meinte mein Begleiter hinterher, einfache Leute stellten sich so vor, wie sie polizeilich gesucht würden.
Abgebildet ist ein Tontäfelchen aus Uruk, heute im Süden von Irak gelegen. Solche Täfelchen hat man zu Hunderttausenden gefunden, es hat sich um ephemere Aufzeichnungen gehandelt mit denen nach dem Gebrauch als Notiz Bodenvertiefungen unter Neubauten aufgefüllt wurden. Dieses Exemplar zeigt eine “Abrechnung über größere Mengen Gerste und verschiedener Arten von Emmer mit Teilsummen und deren Gesamtsumme auf der Rückseite”. Sie gelten als die ältesten bekannten Schriftzeugnisse und sind in der Zeit von 3500-2800 v.Chr. entstanden, sind daher also ungefähr so alt wie der Ötzi vom Similaun. Bei dem fand man ja bekanntlich weder Notizbuch noch Quittung.

Kassenbon aus Uruk
Daran sieht man:
Die erste Schrift waren Zahlen. Sie wurde erfunden um Konten, Kassenzettel, Quittungen, Bestands- und Verbrauchslisten zu führen. Also, am Anfang war die Buchhaltung.
Wozu muß man Konten führen? Weil bereits Schulden im Spiel waren - und natürlich erste Verbriefungen. Wenn einer einem anderen den Garten umgräbt, und kriegt dann einen Krug Bier dafür, da ist der Fall erledigt, da braucht man nichts aufzuschreiben. Wenn er aber lieber später einen Teil der Ernte haben soll, da ist dann schon ein Kontrakt geschlossen, der in der Zukunft erfüllt werden soll, und das schreibt man besser auf. Also, am Anfang war die Schuld - und natürlich das Guthaben, das geht immer zusammen.
Das Bier spielte bereits eine Rolle. Es gibt ja die Auffassung, daß sich die glücklichen Nichtseßhaften vormals dem mühsamen Ackerbau und der Getreidezucht weniger wegen dem Brot, sondern mehr wegen des Bieres zugewandt haben. Also auch: am Anfang war das Bier. Drum wird das mit der Prohibition nix.
Näheres zu den Tafeln hier.
Mitten in den Katalog hier.
Bißchen Hintergrund zu Uruk hier.
Koppelt doch die Boni der Banker an die Zahl der weltweit Hungernden.
Umgekehrt proportional, versteht sich.

Nach dem Besuch beim Herrenausstatter (Seinfeld 7.19):
JERRY: So to get out of the store I told him I wanted to see what someone else thought and then he makes a face like he doesn’t believe me.
ELAINE: Oh, so he knew you were making it up.
JERRY: Yeah, he caught me. So here is what I want you to do: come back with me to the store and we’ll pretend to look at the coat.
ELAINE: That’s ridiculous! Why do you want to go back there if you don’t want the coat?
JERRY: Because he thinks I was lying, I want to show him I wasn’t.
ELAINE: But you were.
JERRY: Well, if you go back with me, then I’m not.
Der ganze Abgrund des Moralisierens, und man ist erst bei den Absichten.
Wenn die Arbeiterklasse sich das Laster, welches sie beherrscht und ihre Natur herabwürdigt, gründlich aus dem Kopf schlagen und sich in ihrer furchtbaren Kraft erheben wird, nicht um die famosen Menschenrechte zu verlangen, die nur die Rechte der kapitalistischen Ausbeutung sind, nicht um das Recht auf Arbeit zu fordern, das nur das Recht auf Elend ist, sondern um ein ehernes Gesetz zu schmieden, das jederman verbietet, mehr als drei Stunden pro Tag zu arbeiten, so wird die alte Erde, zitternd vor Wonne, in ihrem Inneren eine neue Welt sich regen fühlen… aber wie soll man von einem durch die kapitalistische Moral korrumpierten Proletariat einen männlichen Entschluß verlangen!
Wie Christus, die leidende Verkörperung der Sklaverei des Altertums, erklimmt unser Proletariat, Männer, Frauen und Kinder, seit einem Jahrhundert den rauhen Kalvarienberg der Leiden; seit einem Jahrhundert bricht Zwangsarbeit ihre Knochen, martert ihr Fleisch, zerrütet ihre Nerven; seit einem Jahrhundert quält Hunger ihren Magen und verdummt ihr Gehirn….
O Faulheit, erbarme Du Dich des unendlichen Elends!
O Faulheit, Mutter der Künste und der edlen Tugenden, sei Du der Balsam für die Schmerzen der Menschheit!
Paul Lafargue, 1842-1911, Das Recht auf Faulheit
Für Lohnabhängige klingen drei Stunden Arbeit verlockend, als Unternehmer scheinen mir acht das rechte Maß zu sein. Doch letztlich ist das die verkehrte Denke, unsere wahre Utopie im technischen Kollektiv muß lauten: es ist für alle gesorgt und gearbeitet wird nur noch aus Neigung, dann jedoch solange man will.
Der ganze Aufsatz findet sich z.B. hier, aufmerksam wurde ich darauf durch die lesenswerte freitägliche Kolumne von Schröder & Kalender in der Jungen Welt. Man muß diese nicht halten um jene zu verfolgen, sie verweisen regelmäßig darauf in ihrem ebenfalls lesenswerten Blog.
Die Höhe der Zimmerdecke wirke sich auf die Konzepte aus, die im Kopf entstehen. Manager sollten höhere Decken haben, Techniker und Buchhalter niedrigere.
Man könnte den Leuten auch raten: öfter mal Rausgehen!
Die Presse wiederholt das erregende Gefühl, das wir kennen wenn wir unseren Verstand gebrauchen, und wenn wir das tun, können wir die äußere Welt in den Stoff, aus dem wir gemacht sind, übersetzen. Dieses erregende Erleben des Übetrtragens erklärt, warum die Menschen ganz natürlich danach verlangen, ihre Sinne dauernd zu gebrauchen. Jene äußere Ausweitungen unserer Sinne und Fähigkeiten, die wir Medien nennen, verwenden wir genauso beständig wie unsere Augen und Ohren und auch aus den selben Beweggründen. Andererseits betrachtet der literarisch ausgerichtete Mensch diesen pausenlosen Einsatz der Medien als etwas Minderwertiges; das ist in seiner Welt des Buches etwas Ungewohntes.
Marshal McLuhan, Understanding Media
Soviel zum pausenlosen Fernsehen oder Internetgebrauch.
Das Danebengreifen, -treffen, Nichterreichen und Versäumen ist vertrautes Gelände. Nicht umsonst ist das Scheitern ein Thema, das jeder gleich versteht. Ist es nicht so?
Die Gewinnerlose sind verteilt in einem Meer von Nieten und nichts zu fangen ist die leichteste Übung.
Das geschriebene Wort trage schon den Keim des Mißverständnisses in sich, das Gesprochene den der Versöhnung, sagte mal André Heller.
Das sagte er wahrscheinlich wegen der nonverbalen Komponente. Da funktioniert Verbrüderung, da können die Gesten und der Ton der Stimme viel mehr Gewicht haben und anderes überbringen als der gesprochene Text. Im Drama ist es ein erprobtes Mittel, oft dahin zugespitzt, daß Entgegengesetztes ausgedrückt wird. Wobei das nonverbal, mit der Sprache aus der Affenzeit Gesagte, das größere Gewicht hat.
Gutes Benehmen bezieht sich auf das, was die nonverbale Kommunikation ausdrückt.